In den Dienst eingeführt: EMW-Direktor Balázs Ódor

Balázs Ódor, ordinierter Pfarrer der Reformierten Kirche in Ungarn und seit 1. Juni 2026 Direktor der Evangelischen Mission Weltweit (EMW), wurde im Rahmen der EMW-Mitgliederversammlung offiziell in den Dienst bei der EMW eingeführt.

EMW-Vorstandsvorsitzender Dietmar Arends segnet Balázs Ódor für seinen Dienst in der EMW. © Foto: Corinna Waltz/EMW | EMW-Vorstandsvorsitzender Dietmar Arends segnet Balázs Ódor für seinen Dienst in der EMW.

Im Rahmen eines Gottesdienstes wurde EMW-Direktor Pfarrer Balázs Ódor am 15. Oktober 2026 offiziell in seinen Dienst bei der EMW eingeführt. Der Gottesdienst fand während der EMW-Mitgliederversammlung (vom 14. bis zum 16. Oktober 2026) in Frankfurt am Main in der Heiliggeistkirche statt. Als Ehrengäste waren zu diesem besonderen Termin Ódors Eltern Dr. László und Katalin Ódor aus Ungarn sowie Christopher Easthill (ACK), Dr. Verena Hammes (ACK), Lydia Funck (Brot für die Welt), Bischof Werner Philipp (Evangelisch-methodistische Kirche) und Prof. Dr. Jerry Pillay (ÖRK) anwesend. Die Einführung übernahm der EMW-Vorstandsvorsitzende Dietmar Arends. Im Mittelpunkt seiner Rede stand vor allem das Bibelwort „Die Pläne werden zunichte, wo man nicht miteinander berät, wo aber viele Ratgeber sind, gelingen sie.“ aus Sprüche 15,22 und er betonte: „Wer eine solche Aufgabe übernimmt, muss vieles im Blick behalten. Es gilt, Entscheidungen zu treffen, Entwicklungen einzuschätzen, Verantwortung zu übernehmen und Orientierung zu geben.“ Er führte weiter aus: „Niemand kann all das allein. Niemand kennt alle Zusammenhänge, alle Perspektiven und schon gar nicht alle Antworten. ‚Wo aber viele Ratgeber sind, gelingen die Pläne.‘ Das ist eine Einladung, unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen zusammenzubringen, einander zuzuhören und gemeinsam nach guten Wegen zu suchen. Dazu bringst du viel mit.“ Damit lenkte Arends den Blick auf das, was die berufliche Biografie Ódors nahelegt.

Vor seinem Dienstantritt bei der EMW am 1. Juni 2026 lag ein Schwerpunkt Ódors Arbeit in der Gestaltung von Dialog- und Kooperationsprozessen zwischen Organisationen und Menschen unterschiedlicher theologischer und kultureller Prägung. Dabei verband Balázs Ódor strategische Organisationsentwicklung mit einem partizipativen Führungsverständnis. Er verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Organisation internationaler Konsultationen, der Koordination gemeinsamer Initiativen sowie in der theologischen Ausbildung, Nachwuchsförderung und Mitarbeit in internationalen ökumenischen Gremien. Zudem brachte er seine Expertise in theologischen Reflexionsprozessen zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und in den Austausch zwischen Kirchen in unterschiedlichen politischen und kulturellen Kontexten ein.

Die Predigt zu 2. Korinther 5, 14-19 an diesem für ihn besonderen Abend hielt Balázs Ódor selbst. Hierbei betonte er auch in Hinblick auf die Mitgliederversammlung und die vor ihm liegenden Aufgaben: „Wir sind nicht die Urheber*innen der Versöhnung. Wir sind nicht die Eigentümer*innen der Mission. Wir müssen Gottes Handeln nicht hervorbringen, sondern wir dürfen uns von ihm in Anspruch nehmen lassen. Die Reihenfolge ist entscheidend.“

Grußworte und gute Wünsche

Im Anschluss an den Gottesdienst überbrachten einige der Ehrengäste Grußworte. Im Auftrag des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) erinnerte Generalsekretär Prof. Dr. Jerry Pillay an den langen gemeinsamen Weg der EMW und formulierte: „Mission ruft uns heute zu Demut, gegenseitigem Lernen und Partnerschaft. Wir erkennen an, dass Gott in jedem Kontext bereits am Werk ist und dass wir voneinander viel empfangen können”, und führte weiter aus: „Die Pilgerreise des Ökumenischen Rates der Kirchen für Gerechtigkeit, Versöhnung und Einheit lädt uns ein, gemeinsam zu gehen – in konkreter Gemeinschaft, sichtbarer Solidarität und verwandelndem Handeln. Wir freuen uns darauf, unsere Zusammenarbeit mit der EMW zu stärken, während wir danach streben, diese Pilgerreise zu einem lebendigen Ausdruck unseres gemeinsamen Glaubens und unserer gemeinsamen Hoffnung zu machen.”

Christopher Easthill überbrachte geschwisterliche Grüße und gute Wünsche im Namen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), deren Vorsitzender er ist. Hierbei betonte Easthill: „Als ACK wissen wir uns eng verbunden mit der EMW. Wir schätzen die Zusammenarbeit und den theologischen Austausch sehr – denn Einheit und Mission gehören nicht nur untrennbar zusammen, die Einheitsbewegung geht auch auf die Mission zurück.“

Im Auftrag von Brot für die Welt und in Vertretung für Martin Krieg, Direktor Engagement und Kommunikation, überbrachte Lydia Funck, Referatsleiterin Kirchenkommunikation, ein Grußwort und gute Wünsche zur Einführung Balázs Ódors. Auch sie betonte die große Verbundenheit der beiden Organisationen miteinander: „Uns verbinden das vielfältige Engagement für globale Gerechtigkeit, der Wunsch, gemeinsam mit unseren kirchlichen Partnern etwas zu bewegen und zu verändern und die Zuversicht, dass Gott diese ökumenische Vision prägt und trägt.“ Zudem betonte sie noch: „,Schreib die Welt nicht ab! Schreib sie um!‘ ist die aktuelle Kampagne von Brot für die Welt. Und wir sind dabei in guter Gesellschaft mit der EMW. Denn auch die EMW schreibt mit an der neuen Welt: Indem ihr Mission und Partnerschaft aus dekolonialer Perspektive neu besprecht, indem ihr internationale Beziehungen hegt und pflegt, die es in diesen Tagen so nötig braucht, und indem ihr Balázs Ódor zum Direktor berufen habt, der nun schon seit 4,5 Monaten dieses Amt bekleidet.“

Mit der Einführung von Balázs Ódor bestätigt die EMW seine Berufung und die damit verbundene Stärkung der Rolle der EMW als Dach- und Fachorganisation evangelischer Kirchen, Werke und Verbände in Deutschland im Bereich Mission und Ökumene. Weiterhin bleibt es das Ziel, die Arbeit der Mitgliedsorganisationen zu stärken, Kooperationen zu gestalten, fachliche Expertise zu bündeln und gemeinsame Positionen in internationale ökumenische Prozesse einzubringen sowie die missionarisch-kirchliche Arbeit im globalen Kontext zu fördern. (TS)


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