Abschiebung stoppen

Malaysia plant die Abschiebung von 1.200 Staatsangehörigen Myanmars. Flüchtlinge dürfen nicht in eine unsichere Heimat geschickt werden, fordert der Malaysische Kirchenrat und bekommt internationale Unterstützung.

© Foto: Ra Dragon/unsplash

„In dieser Zeit der politischen Unsicherheit in Myanmar bedeutet die Rückführung dieser Bürger*innen Myanmars, sie in ein ungewisses Schicksal zu schicken“, sagte der Generalsekretär des Rates der Kirchen von Malaysia, Pastor Dr. Hermen Shastri, in einer Erklärung. „Das System der gegenseitigen Kontrolle, der Transparenz und der Rechenschaftspflicht ist [auf Seite der Regierung] so gut wie verschwunden, und das Schicksal dieser Menschen, die von unseren Küsten zurückgeführt werden, bedeutet, sie in eine feindliche und sehr gefährliche Situation zu schicken,” bedauerte Shastri.

Shastri stellte fest, dass eine solche Abschiebung gegen internationales Recht und Normen verstoße. Er forderte die Regierung außerdem nachdrücklich auf, dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen uneingeschränkten Zugang zu Haftanstalten zu gewähren, um Flüchtlinge und Asylsuchende zu identifizieren und ihren Schutz und ihre Sicherheit zu gewährleisten.„Solange in Myanmar nicht Recht und Ordnung wiederhergestellt werden und eine demokratische Regierung fest im Amt ist, die durch das Votum der Bürger gewählt ist, sollten wir das Leben dieser 1.200 inhaftierten Myanmar-Bürger*innen nicht gefährden“, fügte Shastri hinzu.

Jüngste Berichte deuten jedoch darauf hin, dass die Behörden trotz eines von einem malaysischen Gericht angeordneten vorübergehenden Abschiebungsstopps, die Abschiebung von 1.086 Personen durchgeführt haben, heißt es in einer Meldung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK).

Der amtierende Generalsekretär des ÖRK, Prof. Dr. Ioan Sauca, sagte, dass der ÖRK die Erklärung des Rates der Kirchen Malaysias und seine Forderung unterstützt, die Heiligkeit des Lebens und die Menschenwürde und die Menschenrechte zu bewahren.

Der Nationale Kirchenrat Malaysias ist ein Partner der EMW. Weniger als 10 Prozent der Bevölkerung des asiatischen Landes sind Christen. (frdu)

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