Drei Fragen an...

Pastor Dietmar Arends, Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche und Vorstandsvorsitzender der EMW.

Pastor Dietmar Arends © Foto: Lippische Landeskirche | Pastor Dietmar Arends

Ist Mission zeitgemäß?
In der Geschichte der Mission gab es Dinge, die wir heute nur als schuldhaftes Handeln bekennen können. Dennoch ist der Gedanke der Mission nicht an sich etwas Verkehrtes. Sie ist aber nicht „unsere“ Mission. Sie ist Gottes Mission, zu der wir alle berufen sind, mitzuarbeiten! Mission ist eine gemeinsame Verantwortung aller Kirchen. Heute arbeiten wir mit unseren Partnerkirchen zusammen. Nicht, wie früher, als Mission etwas war, das vom Norden in den Süden geschah. In den Begegnungen mit unseren Partner*innen im Süden habe ich gelernt, viel freier mit dem Begriff ‚Mission‘ umzugehen. Mission ist ganzheitlich zu verstehen: Ich kann den Menschen nicht die Gute Nachricht von der Liebe Gottes verkündigen und sie in ihrer Armut belassen. Verkündigung und Entwicklung gehören zusammen! Wenn ich mich aus christlicher Perspektive z.B. für Gerechtigkeit engagiere – was auch zu Gottes Mission gehört – kann ich nicht verschweigen, weshalb ich das tue.

Haben Sie eine Mission?
Ich engagiere mich ehrenamtlich in der Evangelischen Mission Weltweit (EMW) als Vorsitzender, weil es für mich ein wichtiger Gedanke ist, dass wir nie Kirche alleine sind, sondern immer zusammen mit anderen: gemeinsam mit anderen Konfessionen hier bei uns, aber auch mit anderen Kirchen weltweit. So übernehmen wir auch füreinander Verantwortung. Meine Mission ist, mich dafür auf Augenhöhe einzusetzen, dass Menschen Gerechtigkeit widerfährt. Dazu gehört auch das gemeinsame Gebet füreinander, was z.B. jetzt in der Corona-Zeit sehr wichtig ist.

Warum ist es gut, Mitglied in der EMW zu sein?
Die EMW ist ein Fachverband, in dem verschiedene Kirchen, Missionswerke und Organisationen Mitglied sind. Deshalb ist sie eine einzigartige Plattform, auf der sich ihre Mitglieder vernetzen, Themen diskutieren, sich austauschen und gemeinsam entwickelte Projekte auf den Weg bringen können. Denn alle haben den Anspruch, gemeinsam mit ihren Partner*innen im Süden der Welt, Teil der weltweiten Christenheit zu sein.

Das Interview führte Freddy Dutz.

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