Frauenförderung für mehr Gerechtigkeit

Alte Traditionen, gesellschaftliche Gepflogenheiten und Voraussetzungen, klassische Rollenerwartungen – auch am internationalen Frauentag 2022 ist der Weg zur Geschlechtergerechtigkeit noch weit. Die EMW fördert daher Projekte im Bereich theologischer Ausbildung, Mission und Ökumene weltweit, die sich besonders auch an Frauen wenden.

„Meine Mutter, Schwestern, Tanten und Großmütter sind heilig“ – so steht es auf dem Schild einer Demonstrantin beim Frauenmarsch 2019 in der US-amerikanischen Stadt Tucson. © Foto: Dulcey Lima/unsplash | „Meine Mutter, Schwestern, Tanten und Großmütter sind heilig“ – so steht es auf dem Schild einer Demonstrantin beim Frauenmarsch 2019 in der US-amerikanischen Stadt Tucson.

Überall auf der Welt kämpfen Frauen für Gleichberechtigung und Chancengleichheit. Dennoch bleiben ihnen weltweit viele Wege versperrt. Erfahrungen von Bevormundung und Einschüchterung und das Festhalten an traditionellen Geschlechterrollen erschweren immer wieder Erfolge auf dem Weg der Gleichberechtigung. Darauf weist die Evangelische Mission Weltweit (EMW) anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hin. Die EMW fördert weltweit daher vor allem Projekte im Bereich der theologischen Ausbildung, Mission und Ökumene, in denen die Chancengleichheit und Gleichberechtigung für Frauen fester Bestandteil sind. Wie das Seminario Andino San Pablo (SASP) in Peru, das Frauen durch eine theologische oder pastorale Ausbildung neue Chancen für ihr Leben eröffnet.

Das SASP ermöglicht seit seiner Gründung 1996 innerhalb von vier Ausbildungs- und Studiengängen Menschen auch im abgelegenen peruanischen Hochland, sich theologisch/pastoral weiterzubilden oder einen Universitätsabschluss zu erwerben. Auch Frauen mit geringer Schulbildung haben hier die Möglichkeit, sich für die Pastoralarbeit in ihrer Gemeinde ausbilden zu lassen. Pastor César Llanco, Leiter des SASP, beschreibt die Herausforderungen so: „Die Andenregion und das Amazonasgebiet von Peru verlangen ein hohes Engagement für Gendergerechtigkeit, für die Wertschätzung der Frauen und zur Bekämpfung von Missbrauch und Gewalt gegen Frauen.“ Und fügt hinzu: „Christ*innen sollten sich als Zeugnis ihres Glaubens für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzen.“ Das Engagement des SASP trägt merklich zu dieser Veränderung bei. So werden etwa immer mehr Frauen nach ihrem Studium am SASP von ihren Kirchengemeinden als Pastorinnen und in anderen kirchenleitenden Ämtern anerkannt. Und auch das SASP bildet ein gutes Beispiel: Sieben der 14 Dozent*innen sind Frauen.

Das Seminario Andino San Pablo ist nur ein Beispiel dafür, wie wichtig und erfolgreich die weltweite Befähigung von Frauen ist. Denn das Engagement von Frauen in aller Welt in Kirchengemeinden und kirchlichen Projekten prägt und verändert Kirche und Gesellschaft. Christinnen übernehmen heute auf allen Ebenen kirchlichen Handelns Verantwortung und sind in der ganzheitlichen Mission Agentinnen des Wandels. Dies gilt im Bereich der Verkündigung und der Lehre genauso wie in der Leitung und Organisation von Gemeinden und Kirchen. Gleichzeitig tragen Frauen noch immer die Hauptlast in der Erziehung der Kinder und der Sorge für alte Menschen.

„Was Frauen Beeindruckendes leisten, bleibt oft ungesehen. Darum wollen wir am 8. März mit Respekt und Dank daran erinnern! Aber es ist auch wichtig, am Internationalen Frauentag nicht zu vergessen, dass gemeinschaftliches Handeln von Frauen und Männern längst nicht überall gelingt“, beschreibt Rainer Kiefer, Direktor der EMW, seine Erwartungen an den Tag.

Darum möchten die Mitglieder der Evangelischen Mission Weltweit durch Förderung theologischer Ausbildung und ökumenischer Zusammenarbeit dazu beitragen, dass Frauen in der Mitte der Kirchen ihre Anliegen verteidigen und ihr Engagement für Gerechtigkeit und Menschenwürde erfolgreich ist.

Flankierend zum Internationalen Frauentag widmet die EMW auf ihrer Website mission-weltweit.de in dieser Woche dem Thema mehrere Beiträge und stellt auch beispielhafte Projekte und Aktionen einiger ihrer Mitglieder vor. (TS)

Weitere Beiträge


Zum Weltfrauentag

Am 8. März 2022 ist Internationaler Weltfrauentag (IWD). Der Welttag ist sozialistischen Ursprungs und entstand 1911 im Kampf für das Frauenwahlrecht. In diesem Jahr gibt es gleich mehrere Motti, die je nach ausrufender Organisation einen leicht anderen Schwerpunkt setzen. Von „Break the Bias“ (Die Voreingenommenheit brechen) (IWD), oder „Gender equality today for a sustainable tomorrow” (Gleichstellung der Geschlechter heute für ein nachhaltiges Morgen) (UN), bis zu „Wandel ist weiblich“ (DGB) ist alles dabei. Gemeinsam ist und bleibt ihnen die Proklamation, dass die Gleichstellung von Frauen nicht nur für die Frauen selbst wünschenswert, sondern auch global und gesellschaftlich enorm wirkmächtig ist.

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