Für Frieden und Menschenrechte

„Peace Building & Human Rights Protection“ war zum dritten Mal das Thema der Summer School der Vereinten Evangelischen Mission. 35 Vertreter*innen von Religionsgemeinschaften und Kirchen aus 19 Ländern nahmen vom 23. August bis 30. Oktober 2021 an der Online-Fortbildung teil. Elizabeth Kargbo, Leiterin der Frauen/Gender-Arbeit des Kirchenrates von Sierra Leone, war eine von ihnen. Zum Start ins neue Jahr haben wir mit ihr darüber gesprochen, wie sie das Gelernte nun in ihrer Arbeit einsetzen will.

Elizabeth Kargbo ist Leiterin der Frauen/Gender-Arbeit des Kirchenrates von Sierra Leone. © Foto: privat | Elizabeth Kargbo ist Leiterin der Frauen/Gender-Arbeit des Kirchenrates von Sierra Leone.

Was war Ihre Intention für die Teilnahme an der VEM Summer School?

Auch wenn Sierra Leone ein relativ friedliches Land ist und hier Toleranz zwischen den Religionen herrscht, gibt es doch auch große politische Probleme, zum Beispiel Menschenrechtsverletzungen, häusliche Gewalt, Gewalt zwischen den unterschiedlichen ethnischen Gruppen und Gewalt, die von den politischen Parteien ausgeht. Daher war es mein Wunsch, mehr über Methoden des Konfliktmanagement und der Mediation zu lernen.

Mit welchen Herausforderungen sind Sie in ihrer Arbeit konfrontiert? Und was ist Ihre Vision für die Zukunft?

Ich setze in meiner Arbeit den Beschluss des Kirchenrates von Sierra Leone zur Überwindung geschlechterbasierter Gewalt um. Eine Arbeit, die von der EMW finanziell gefördert wird. Dabei arbeite ich mit Pfarrerinnen, Frauen in den Gemeinden und jungen Menschen zusammen. Das Programm beinhaltet die Stärkung wirtschaftlicher Unabhängigkeit, die Überwindung von Drogenmissbrauch unter Jugendlichen, die Überwindung des patriarchalisch geprägten männlichen Rollenbildes sowie Aufklärung und Bekämpfung der Gefahren für die Gesundheit, die mit den unterschiedlichen Formen von Gewalt einhergehen.

Gegenwärtig erreichen wir in dem Programm cica 400 Teilnehmende, vornehmlich in ländlichen Gebieten. Die größte Herausforderung ist es, Gerechtigkeit für Opfer von geschlechtsbasierter Gewalt vor den Gerichten einzuklagen und die Behörden dazu zu bringen, die Strafverfolgung der Täter aufzunehmen. Im Moment sind allerdings ohnehin alle Behörden in unserem Land durch die Corona-Pandemie lahmgelegt. Mein Einsatz zielt auf politische Reformen, um die rechtliche Situation von Frauen und Mädchen zu verbessern. Aber meine Vision ist unter anderem, Frauen auszubilden, damit sie wirtschaftlich selbstständig werden können, und sie in ihrer Würde, Selbstrespekt und sexueller Selbstbestimmung zu stärken.

Welche Inhalte und methodischen Ansätze der Summer School waren besonders hilfreich für Sie im Blick auf Ihre Arbeit?

Die Teambuilding-Workshops und -Präsentationen waren besonders anregend für mich und haben mich darin bestärkt, andere in die Suche nach den besten Lösungen und Konzepten einzubeziehen. Es kommt nicht darauf an, wie schnell oder langsam Du ein Ziel erreichst, sondern, wie es Dir gelingt, mit anderen auf inklusive und kooperative Weise ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

Das Interview führte Almut Nothnagle.

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