Fukushima: 10 Jahre danach

Erdbeben, Tsunami, Reaktorkatastrophe – am 11. März 2011 reihten sich in Japan drei Katastrophen aneinander. Materielle Schäden durch Beben und Tsunami konnten weitestgehend behoben werden, die Folgen der Nuklearkatastrophe sind längst nicht überwunden. „Unsere Geschwister in Japan tragen noch heute eine schwere Last“, erklärt die stellvertretende EMW-Vorsitzende Barbara Deml und ruft zur Fürbitte auf.

© Foto: Corinna Waltz

Die Mädchen und Jungen im Kinderheim Horikawa Aisei-En in der japanischen Provinz Fukushima haben Schlimmes erlebt. Sie wurden in ihren Familien vernachlässigt, geschlagen oder missbraucht. Im Kinderheim der Vereinten Kirche Christi in Japan, einer Partnerkirche des Berliner Missionswerks, fanden sie ein neues Zuhause. Doch dann kam die Dreifachkatastrophe im März 2011 und vernichtete beinahe ihre neue Heimat. Das Kinderheim wurde zwar umgesiedelt, doch es liegt nach wie vor im Bereich starker Strahlenbelastung. Die Kinder, im Alter von 6 bis 18 Jahren, müssen fast den ganzen Tag im Inneren der Schul- und Wohngebäude verbringen. Doch gerade die traumatisierten Kinder brauchen frische Luft und Platz für angstfreies Spielen.


So wie den Kindern von Horikawa Aisei-En geht es vielen Menschen in der Provinz Fukushima und angrenzender Regionen. „Die Böden sind verseucht, die Infrastruktur ist am Boden, die Lebensgrundlagen entzogen. Die Angst vor einer erneuten Havarie in einem der Atomkraftwerke ist groß. Immer wieder tritt Kühlwasser aus dem vor 10 Jahren havarierten AKW ins Meer“, heißt es in einem Fürbittgebet, das der Ostasienbeirat des Berliner Missionswerks anlässlich des 10. Jahrestages der Katastrophe formuliert hat. „Unsere Partnerschaften leben auch vom Gebet füreinander“, erklärt Barbara Deml, Pfarrerin für Ökumene und Weltmission im Berliner Missionswerk. „Daher bitten wir herzlich, sich im Gebet mit unseren Geschwistern vor Gott in Klage und Hoffnung zu verbinden.“ (MaB/CW)


Weitere Informationen

  • Fürbitte Japan (pdf/113 KB)
    Anlässlich des 10. Jahrestages der Dreifachkatastrophe hat der Ostasienbeirat des Berliner Missionswerks eine Fürbittgebet formuliert.

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