Gemeinsam gegen Rassismus

„Haltung zeigen“, so lautet das Motto der internationalen Wochen gegen Rassismus, die im Vorwege zum internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März begangen werden. Auch Kirche und Mission sind nicht frei von Rassismus. Die Evangelische Mission Weltweit (EMW) und ihre Mitglieder zeigen Haltung gegen Rassismus – auch in ihren eigenen Organisationen – und gestalten aktiv Veränderungen in Kirche und Gesellschaft mit.

Anlässlich der Ermordung von George Floyd demonstrierten rund um die Welt Menschen auf Black Lives Matter-Demonstrationen gegen Rassismus, wie in Köln am 6.6.2020. © Foto: Mika Baumeister/unsplash | Anlässlich der Ermordung von George Floyd demonstrierten rund um die Welt Menschen auf Black Lives Matter-Demonstrationen gegen Rassismus, wie in Köln am 6.6.2020.

Die EMW-Gemeinschaft wird in ihrem Engagement gegen Rassismus und Diskriminierung stets von der biblischen Erzählung der Ebenbildlichkeit und der Vision von Einheit in Vielfalt geleitet. Hierbei stehen besonders das Nachdenken und die Auseinandersetzung mit weißem Überlegenheitsdenken in Geschichte und Gegenwart, sowie Informationsbereitstellung, Aufklärung, Aktionen und Fortbildungsangebote im Mittelpunkt von thematischer Arbeit, Projekten und Publikationen der EMW-Mitgliedswerke und ihres Dachverbandes.

Das EMW-Mitglied Vereinte Evangelische Mission beispielsweise arbeitet bereits seit vielen Jahren daran, Rassismus in Kirche, Mission, Partnerschaftsarbeit und Gesellschaft zu überwinden. Ausdruck dieses Engagements ist unter anderem der Blog www.rassismusundkirche.de, die aktuelle Menschenrechtskampagne „Wer aber bist du, dass du deine Nächsten verurteilst?“, Anti-Rassismus-Seminare für verschiedene Zielgruppen (Pfarrer*innen, Uni, Vikar*innen, kirchliche Haupt-und Ehrenamtliche etc.) sowie die Erarbeitung einer anti-rassistischen Kinderbibel und eines anti-rassistischen Glaubenskurses für Gemeinden.

„Von Anfang an war die Kirche für alle Menschen gedacht. Trotzdem gibt es auch in ihr rassistische Strukturen, die weißen Menschen meistens gar nicht auffallen“, sagt Sarah Vecera, die stellvertretende Abteilungsleiterin der VEM Deutschland und selbst Person of Color. Ihr Traum sei eine Kirche, in der sich alle Menschen willkommen und nicht „fremd“ fühlen. Dafür setzt sie sich mit ihrer Arbeit bei der VEM ein. Außerdem trägt sie als Person of Color auf ihrem Instagramkanal und in ihrem aktuellen Buch „Wie ist Jesus weiß geworden?“ intensiv zum Rassismus-kritischen Dialog bei.

Das Evangelisch-Lutherische Missionswerk Leipzig wiederum tritt dem Rassismus in Kirche und Gesellschaft heute dadurch entgegen, dass es der Verbindung der historischen Mission mit dem Kolonialismus auf die Spur kommt: „Bei aller notwendigen Differenzierung erkennen wir die enge Verbindung von Mission und Kolonialismus, die ausgehend vom Europa des 18. und 19. Jahrhunderts die Eroberung der ganzen Welt in den Blick nahm“, so Direktor Ravinder Salooja über das Leipziger Jahresmotto „glaubwürdig? Mission postkolonial“.

Auch die Freiwilligenprogramme der EMW-Mitgliedswerke sind ein wichtiges Mittel der Rassismus-Prävention. „Menschen aus verschiedenen Ländern, Kulturen und Hintergründen werden durch das Freiwilligenprogramm miteinander in Kontakt gebracht. Dies beseitigt die Angst vor dem Unbekannten und fördert das Verständnis dafür, was es bedeutet, weltweit unterschiedlich, dennoch aber gleich und gleich bedeutend zu sein. So wird der Rassismus an seiner Wurzel ausgerottet“, dies formulierte eine ehemalige Freiwillige des Austauschprogramms des LMW aus Indien mit Blick auf ihr Austauschjahr. (TS)

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