Hoffnung auf Vollversammlung in Karlsruhe

Vom 9. bis 15. Februar tagte der Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) per Videokonferenz, um die 11. ÖRK-Vollversammlung vorzubereiten, Geschäftsangelegenheiten zu behandeln und die ÖRK-Gemeinschaft durch Austausch und Gebet zu stärken. Der geschäftsführende Generalsekretär Priester Prof. Dr. Ioan Sauca formulierte eine klare Zusage, die Vollversammlung wie geplant stattfinden lassen zu wollen. „Ich möchte Ihnen versichern, dass die Pandemie uns nicht davon abhalten kann, eine Vollversammlung zu veranstalten“, sagte er bei der Eröffnungspressekonferenz.

Bildschirmaufnahme von der Tagung des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen am 9. Februar 2022, die wieder virtuell stattfand. © Foto: Albin Hillert/ÖRK | Bildschirmaufnahme von der Tagung des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen am 9. Februar 2022, die wieder virtuell stattfand.

Delegierte aus den acht Regionen des Weltkirchenrates haben in unterschiedlichen Zeitzonen beraten, diskutiert und Entscheidungen getroffen. Bei den Berichten aus den Regionen stand die Covid-19-Pandemie im Vordergrund und die Sorge, wie die Arbeit der Gemeinden und Kirchen und ihr gesellschaftliches Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung auch angesichts der Trauer um die Opfer der Pandemie und im Kontext wirtschaftlicher Herausforderungen in guter Weise weitergehen kann.

Das Leitungsgremium des ÖRK, dessen Mandat im September zu Ende geht, hat sich darüber hinaus mit der Planung der ÖRK-Vollversammlung im August/September in Karlsruhe befasst. Zum ersten Mal in der Geschichte des Weltkirchenrates findet eine Vollversammlung in Deutschland statt. Die gastgebenden Kirchen in Deutschland freuen sich darauf, Menschen aus unterschiedlichen Generationen und Regionen der Welt in Karlsruhe begrüßen zu dürfen. Auch angesichts der Herausforderungen durch die Pandemie besteht weiterhin die große Hoffnung, dass die Vollversammlung durchgeführt werden kann. „Wir sind sehr zuversichtlich – vielleicht zuversichtlicher denn je –, dass die Vollversammlung in Karlsruhe stattfinden wird“, sagte Dr. Agnes Abuom, die Vorsitzende des ÖRK-Zentralausschusses. „Die Mitgliedskirchen sollten ihre Delegationen auf eine persönliche Teilnahme vor Ort vorbereiten.“

Bei seiner virtuellen Tagung hat der ÖRK-Zentralausschuss zudem eine Reihe von Berichten entgegengenommen und verabschiedet, die im Laufe der vergangenen Jahre mit großer Sorgfalt erarbeitet wurden. Darunter war auch „Ein Neues Kommunikationspapier für das 21. Jahrhundert: Eine Vision der digitalen Gerechtigkeit“. Das vorgelegte Papier berücksichtigt die Ergebnisse des im September 2021 abgehaltenen digitalen Symposiums über „Kommunikation für soziale Gerechtigkeit im digitalen Zeitalter“, an dessen Vorbereitung und Durchführung die EMW mitgewirkt hat.

Auch ein Bericht der Kommission für weltweite Mission und Evangelisation zur Bedeutung einer „transformativen Nachfolge“ wurde im Zentralausschuss diskutiert und positiv gewürdigt. Dies gilt auch für den Pilgerweg für Gerechtigkeit und Frieden, der in vielen Kirchen in besonderer Weise gestaltet wurde. Wie mit dem Pilgerweg nach der Vollversammlung im Herbst weiter verfahren werden soll, ist eine der Fragen, die in Karlsruhe Thema sein werden. In diesem Zusammenhang haben die Zentralausschuss-Mitglieder auch auf neue Themen wie Wahrheit und Trauma; Gesundheit und Heilen; Gendergerechtigkeit; Klimagerechtigkeit und Entkolonialisierung von Kirchen und ökumenischen Räumen hingewiesen.

Im Rahmen seiner Februar-Tagung hat der ÖRK-Zentralausschuss drei neue Mitgliedskirchen begrüßt. Damit gehören nun 352 Mitgliedskirchen in 120 Ländern zum Weltkirchenrat. Im Juni plant der Zentralausschuss zu seiner letzten Sitzung vor der Vollversammlung zusammenzukommen. (CW/RK)

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