In Zukunft gleichberechtigt

Am 8. März ist Weltfrauentag. Die Vereinten Nationen fordern eine gleichberechtigte Zukunft für Frauen in einer COVID-19-Welt. In El Salvador aber haben Frauen noch einen langen Weg vor sich, bevor sie tatsächlich gleichberechtigt agieren können. Die Lutherische Universität von Salvador, Projekt-Partner der EMW, wirbt seit Jahren für ein gerechtes Frauenbild und will zu einem Umdenken in Gesellschaft und Kirche beitragen.

© Foto: Priscilla Du Preez/unsplash

Frauen stehen in der COVID-19-Krise an vorderster Front, als Gesundheitshelferinnen, Pflegerinnen, und Organisatorinnen von Gemeinschaften im Kampf gegen die Pandemie. Die Krise hat sowohl die zentrale Bedeutung ihrer Beiträge als auch die unverhältnismäßige Last, die Frauen tragen, deutlich gemacht. Zusätzlich zu den anhaltenden, bereits bestehenden sozialen und systemischen Barrieren für Gleichberechtigung von Frauen sind mit der COVID-19-Pandemie neue Barrieren aufgetaucht. Überall auf der Welt sind Frauen mit zunehmender häuslicher Gewalt, unbezahlten Betreuungspflichten, Arbeitslosigkeit und Armut konfrontiert, so auch in El Salvador.

In einer aktuellen Umfrage der Lutherischen Universität von Salvador (ULS) gaben fast 40 Prozent der Befragten an, dass sie jemanden kennen, die häusliche Gewalt erlitten hat. Hinzu kommt, dass Frauen stärker von Armut betroffen sind und El Salvador die höchste Rate bei Morden an Frauen hat. Die Universitätsleitung ist überzeugt, dass grundsätzliche Änderungen in der Gesellschaft des lateinamerikanischen Landes herbeigeführt werden müssten. Hierbei setzt die ULS auf den Einfluss von Frauen sowohl während der Ausbildung als auch später in den entsprechenden beruflichen Positionen. Auf allen Ebenen soll für ein gerechtes Frauenbild geworben werden.

Rund 80 Prozent der Bevölkerung El Salvadors sind Christen. Die lutherische Universität ist überzeugt: Diesen Einfluss sollten die Kirchen nutzen, um die Chancen für Frauen zu verbessern. Doch auch innerhalb der Kirchen gibt es Widerstände. Obwohl sie mehr weibliche als männliche Mitglieder haben, gibt es nur in wenigen protestantischen Kirchen Frauen in Leitungsfunktionen. Das soll sich ändern und dafür braucht es mehr Theologinnen.

Die Evangelische Mission Weltweit (EMW) fördert Stipendien für ein Studium besonders für ärmere Frauen. So können auch sie verschiedene theologische Themen auf Grundlage lateinamerikanischer Theologie und sozialer Gegebenheiten auch im Hinblick auf die Geschlechter-Gerechtigkeit erforschen und dazu beitragen, einen gesellschaftlichen Wandel anzustoßen. Aktuell werden die verschiedenen Kurse etwa zu einem Viertel von Frauen besucht. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. (MaB/CW)

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