Furcht vor Vulkanausbruch

Nach dem Ausbruch des Nyiragongo Ende Mai sah es erst so aus, als sei die 20 Kilometer entfernt liegende Stadt Goma einer Katastrophe entkommen, da die Lavaströme kurz vor den bewohnten Gebieten ausliefen. Dennoch haben die Eruptionen Straßen und Gebäude sowie die Versorgungssysteme in Teilen der Stadt zerstört. Und es drohen weitere Eruptionen.

Hunderttausende sind vor dem Vulkanausbruch geflohen, die Angst vor weiteren Eruptionen hält an. © Foto: Donjuan Masudi/VEM | Hunderttausende sind vor dem Vulkanausbruch geflohen, die Angst vor weiteren Eruptionen hält an.

Aus Angst vor Gebäudeeinstürzen kampieren die Menschen auf den Straßen der Millionenstadt Goma im Osten der Demokratischen Republik Kongo und viele sind in das benachbarte Ruanda und Städte in der Region geflüchtet. Mittlerweile sind über 400.000 Menschen auf der Flucht. Aufgrund der zerstörten Versorgungssysteme wird das Trinkwasser in Goma und den angrenzenden Regionen knapp – eine dramatische Entwicklung in einer Region, in der Cholera nicht selten ist.

Am 22. Mai brach der Vulkan Nyiragongo im Osten der Demokratischen Republik Kongo zum ersten Mal seit 2002 wieder aus. © Foto: Donjuan Masudi/VEM | Am 22. Mai brach der Vulkan Nyiragongo im Osten der Demokratischen Republik Kongo zum ersten Mal seit 2002 wieder aus.

Daniel Kaparali von der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Kongo, Diözese Nord-Kivu, berichtet von der Situation in Goma und der Region Nord-Kivu: „Die meisten Geschäfte im Stadtzentrum bleiben aktuell geschlossen, obwohl ein Rückgang der Beben zu verzeichnen war. Nach Angaben der örtlichen Behörden muss sich die Bevölkerung von den Lavaströmen fernhalten, wachsam bleiben und auf die übermittelten Informationen hören.“

Die Situation ist nur schwer überschaubar, denn es drohen weitere Eruptionen, schreibt Daniel Kaparali: „Seit dem 29. auf den 30. Mai sind Gerüchte zu hören, wonach ein zweiter Vulkan ausbricht: Der Nyamulagira-Vulkan, dessen Intensität gering ist und dessen Lavastrom in Richtung unbewohnter Orte (Virunga-Nationalpark) fließt. Natürlich breitet sich Rauch in der Luft aus. Die Befürchtung der Regierung ist, dass die wiederholten und gleichzeitigen Ausbrüche zu einer Tragödie für diejenigen führen könnte, die bereits nach Goma zurückkehren. Der Präsident der Republik forderte sie auf, zunächst am Zufluchtsort zu bleiben, bis sich die Situation verbessert. Lasst uns weiterhin füreinander beten, damit diese Qualen zur Ehre unseres Gottes vorübergehen.“ (CW/ZMÖ)

Gemeinsam mit der Vereinten Evangelischen Mission und dem Zentrum für Mission und Ökumene der Nordkirche ruft die EMW zur Fürbitte auf:

Schöpfer der Berge und Seen.
Herr über Erdbeben und Vulkanausbrüche.
Wir bitten dich:
Besänftige den Vulkan Nyiragongo.
Halte deine schützende und segnende Hand über die Menschen in Goma und Rubavu.
Lass sie in Frieden und Sicherheit leben.
Stärke all diejenigen, die anderen zur Hilfe kommen.
HERR, sei uns gnädig und erhöre unser Gebet.
Amen.

Weitere Informationen

In einem kurzen Video zeigt Daniel Kaparali von der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Kongo die Flucht aus Goma.

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