Lese-Tipp: Building Inclusive Communities

Was macht inklusive Gemeinschaften aus? Wie kann man sie aufbauen? Welche Themen sind wichtig? In 25 Essays gehen junge Menschen aus Afrika, Asien und Europa unterschiedlichen Themenschwerpunkten nach und behalten dabei auch die Frage fest im Blick, wie Kirchen gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt vorgehen können. Christiane Ehrengruber hat die Essaysammlung für uns gelesen.

Building Inclusive Communities: Herausgegeben von Jochen Motte, Andar Parlindungan, Sabine Hübner ist als Download verfügbar. © Foto: Titelblatt/foedus | Building Inclusive Communities: Herausgegeben von Jochen Motte, Andar Parlindungan, Sabine Hübner ist als Download verfügbar.

Unter dem Motto der Vollversammlung der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) 2022 „Sei das Salz der Erde: gemeinsam handeln gegen Gewalt und Extremismus für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung“ wurden junge Menschen zwischen 20 und 45 Jahren in den Regionen der VEM eingeladen, Essays zu schreiben, die auf die verschiedenen Herausforderungen in den individuellen Kontexten eingehen.

Die verschiedenen Essays aus Afrika, Asien und Europa wurden in dem Buch „Building Inclusive Communities – How Can Churches Fight against Discrimination, Exclusion and Violence? “ („Inklusive Gemeinschaften aufbauen – Wie können Kirchen Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt bekämpfen?“) veröffentlicht.
Alle Aufsätze sollten sich mit den aktuellen Aufgaben von Kirchen beschäftigen und die Autor*innen setzen sich so mit den verschiedenen thematischen Bereichen auseinander. Interessant ist, dass es thematische Überschneidungen gibt, auch wenn die Beiträge aus sehr diversen Kontexten kommen. So ist ein erster thematischer Fokus auf dem Bereich der Gewalt, sowohl gegenüber Frauen und Kindern als auch der Natur wahrzunehmen. In dieses Themengebiet fällt auch die Auseinandersetzung mit Drogen und imperialistischer Gewalt. Der zweite größere thematische Komplex kommt aus dem Bereich des Pluralismus in religiös-pluralistischen Systemen und betrachtet die oftmals daraus resultierende Gewalt.

Interessante Auseinandersetzung mit aktuellen Herausforderungen

Herausragend ist, dass die jungen Autor*innen sich tatsächlich kritisch mit der eigenen Kirche und/oder Gesellschaft auseinandersetzen und deutliche Worte finden. So benennt die Siegerin des Wettbewerbes beispielsweise ganz klar, wo ihre Kirche in den Handlungen nicht weit genug geht und wie diese ihr Handeln verändern soll. Die Themen kommen zwar aus den Regionen und setzen sich intensiv mit lokalen Fragestellungen und Problemen auseinander, wirken aber allesamt auch in die internationale Sphäre hinein.

Die Vorgehensweise der Autor*innen unterscheidet sich stark, sodass die Autorin des Siegerartikels beispielsweise den Blick auf die Überlebenden des Sinabung-Ausbruchs richtet, die sich plötzlich in einer ganz neuen Realität wiederfinden, wo die alte Heimat keine Sicherheit mehr gibt und sich der Kapitalismus breit macht. Norita Novalina Sembiring fordert ihre Kirche dazu auf, neue Wege zu gehen, um die Menschen anzusprechen und ihren Bedürfnissen zu begegnen.

Die Autorin des drittplatzierten Artikels, Katharina Lange, wählt einen anderen Ansatz und schreibt über die Herausforderungen, alleinerziehende Mutter zu sein. Sie sieht eine Notwendigkeit einer theologischen, pastoralen und diakonischen Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Bibel selbst liefere wenig Anhaltspunkte, so geht die Autorin drei Frauengestalten nach, die sonst nicht so stark in den Blick genommen werden: Hagar, die Witwe von Zarephath und Tabitha.

Die Essaysammlung ist all denen zu empfehlen, die sich für die Situation von Kirchen weltweit interessieren und sich kritisch mit den aktuellen Herausforderungen auseinandersetzen möchten. Die Stimmen der jungen Autor*innen sind deutlich zu vernehmen und fordern in aller Deutlichkeit eine Veränderung in ihren Kirchen.

Herausgegeben wurde die Essaysammlung von Jochen Motte, Andar Parlindungan und Sabine Hübner.

Christiane Ehrengruber

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