Lese-Tipp: Fair for Future

Wie können wir alle globaler sozialer Ungerechtigkeit entgegentreten? Ist Fairer Handel eine Option, die Ausbeutung armer Länder durch reiche Industriestaaten zu bremsen? Dieser Frage gehen Gerd und Katharina Nickoleit in Fair for Future nach. Christiane Gebauer hat das Buch für uns gelesen.

Gerd und Katharina Nickoleit: Fair for Future – Ein gerechter Handel ist möglich, Ch. Links, ISBN: 978-3-96289-113-8 Gerd und Katharina Nickoleit: Fair for Future – Ein gerechter Handel ist möglich, Ch. Links, ISBN: 978-3-96289-113-8

Gerd und Katharina Nickoleit tauchen in „Fair for Future – Ein gerechter Handel ist möglich“ in die Thematik des fairen Handels und der nachhaltigen Wirtschaft ein. Was sich im ersten Moment nicht nach dem spannendsten Thema anhört, ist eine wirklich unterhaltsame Reise auf den Spuren von Fairem Handel.

Gerd Nickoleit war von Anfang an dabei und hat als Mitbegründer des Fairhandelshauses GEPA gerechten Handel maßgeblich mitgestaltet und geprägt. Katharina Nickoleit ist Journalistin und bereits mit dem Streben des Vaters nach Fairem Handel aufgewachsen. Sie erinnert sich an eine Kindheit mit unzähligen Gästen aus aller Welt, die den deutschen Markt und die deutsche Lebensrealität kennenlernen sollten, und nachhaltigen Jute-Turnbeuteln – die deutlich uncooler waren als die Turnbeutel der Mitschüler*innen.

In „Fair for Future“ beschreiben die beiden Autor*innen, wie die Fairtrade Bewegung aufkam, wie zunächst die Supermärkte nicht sonderlich überzeugt und die Produkte qualitativ nicht sehr überzeugend waren. Dass sich der Faire Handel auf lange Sicht etablieren konnte und die Aufmerksamkeit auf öko-faire bzw. öko-soziale Produkte richtete, war lange Zeit nicht absehbar.

Eine lange Historie findet man in „Fair for Future“ jedoch nicht. Stattdessen beschreiben die Autor*innen viele Herausforderungen und Errungenschaften anhand von Beispielen. So erfahren die Lesenden zum Beispiel auf unterhaltsame Art und Weise, dass nicht in allen Kulturen exakte Begrifflichkeiten für spezifische Farben existieren. Eine Produzentin in Indien musste daraufhin kreativ werden, um der eigenen Belegschaft zu erklären, welche Farbe die produzierten Taschen am Ende haben sollten. In Hindi gibt es lediglich Bezeichnungen für die Grundfarben und der Unterschied zwischen Orange (wie bestellt) und Pink (wie geliefert) ließ sich schlichtweg nicht übersetzen. Die Produzentin nutzte kurzerhand die Namen von Schauspieler*innen, die auf ausgestellten Bildern bunte Kleidung trugen, als Code für die entsprechende Farbe.

Diese und viele weitere kurze Geschichten, die in die komplexe Welt des Fairen Handels entführen, erzählt „Fair for Future“. Ein absoluter Lesetipp auch für diejenigen, die nicht zur ersten Generation des Fairen Handels gehören und verstehen möchten, was hinter Weltläden, GEPA und Co. steckt.

Christiane Gebauer

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