Gerechtigkeit digital

Digitalisierung unter Hochdruck, angetrieben von der Corona-Pandemie. Was bedeutet das für gesellschaftliche Teilhabe und soziale Gerechtigkeit? Diese Frage steht im Fokus des diesjährigen UN-Welttags für Soziale Gerechtigkeit am 20. Februar.

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Digitale Trends sind auf dem Vormarsch. Im Dezember 2019 meldete der Videokonferenz-Anbieter ZOOM zehn Millionen tägliche Teilnehmende, im April 2020 waren es 300 Millionen. Die Digitalisierung ist kein neues Phänomen. Das Tempo, mit der sie in der Corona-Pandemie voranschreitet schon. Dabei ist Digitalisierung nicht, wie manche Befürworter*innen meinen, ein neutraler oder selbstverständlicher Prozess. Und sie bringt nicht dieselben Chancen und Möglichkeiten für alle mit. „Die Corona-Pandemie zeigt, dass soziale und digitale Teilhabe zunehmend miteinander verschmelzen: Nur wer Zugang zu Technologie hat und damit auch umzugehen weiß, kann an gesellschaftlichen Prozessen teilnehmen“, erklärt das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung und beruft sich dabei auf eine Studie von Aktion Mensch.

Die digitale Kluft wächst

Wirtschaft, Gesellschaft, Bildung, Arbeit, Kommunikation – Digitalisierung findet in allen Bereichen unseres Lebens statt. Wer nicht teilhaben kann, wird gesellschaftlich und wirtschaftlich immer mehr ausgegrenzt. Die Corona-Pandemie hat nach Einschätzung der Vereinten Nationen (UN) diese Entwicklung noch beschleunigt: „Diese Krise hat die wachsende, digitale Kluft innerhalb, zwischen und über Industrie- und Entwicklungsländer hinweg offengelegt. Vor allem, wenn es um die Verfügbarkeit, Bezahlbarkeit und Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien geht. Bestehende Ungleichheiten werden dabei noch verstärkt.“ Anlass genug, um den 2009 von der UN ausgerufenen Welttag für Soziale Gerechtigkeit in diesem Jahr unter das Motto „Ein Aufruf zur sozialen Gerechtigkeit in der digitalen Wirtschaft“ zu stellen. Mit dem Aktionstag wirbt die UN weltweit für nachhaltige Entwicklung, Armutsbekämpfung, menschenwürdige Arbeit, Gleichstellung der Geschlechter und Zugang zu sozialem Wohlergehen und Gerechtigkeit für alle.

Digitaler Raum braucht soziale Gerechtigkeit

„Als Gemeinschaft von evangelischen Kirchen, Werken und Verbänden in Mission und Ökumene sind wir überzeugt, dass die biblische Botschaft der sozialen Gerechtigkeit auch im digitalen Raum wichtig ist“, erklärt EMW-Direktor Rainer Kiefer. Dazu arbeitet die EMW partnerschaftlich mit der World Association of Christian Communication (WACC) zusammen. Aktuell laufen die Vorbereitungen für ein gemeinsames Symposium zum Thema „Digitale Gerechtigkeit“ mit der WACC, dem Ökumenischen Rat der Kirchen, Brot für die Welt und anderen. Das Symposium findet im September 2021 statt und soll auch ein Beitrag zur 11. ÖRK-Vollversammlung 2022 in Karlsruhe sein. (MaB/CW)

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