Wasser ist Leben

In der ersten Septemberwoche wird in den christlichen Kirchen in Deutschland der ökumenische Tag der Schöpfung gefeiert. Seit 2010 stellt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) ein Thema in den Mittelpunkt. 2021 lautet das Motto „Damit Ströme lebendigen Wassers fließen“.

© Foto: Austin Kehmeier/unsplash

Ohne Wasser können Menschen nicht leben. Viele mussten in den vergangenen Wochen aber auch erfahren, wie zerstörerisch Wasser sein kann. Wasser ist Leben! Es kann aber auch Menschenleben kosten. Umso wichtiger ist es, verantwortungsbewusst mit der Schöpfung umzugehen, sie zu bewahren und weiteren Extremen vorzubeugen.

Für die Menschen in den Partnerländern der Missionswerke in Deutschland spielt Wasser häufig eine noch wichtigere Rolle als bei uns. Da geht es um essentielle Probleme wie Wassermangel und unzureichendem Zugang zu sauberem Trinkwasser. Bei den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG) der Agenda 2030 der Vereinten Nationen steht „Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen“ an sechster Stelle. Mit verschiedenen Projekten versuchen die Missionswerke an dieser Stelle zu helfen: Es gibt Zuschüsse für Brunnenprojekte, wo das Grundwasser fehlt, oder Unterstützung für Wassertanks, die das Regenwasser auffangen.

Mit Bäumen das Klima schützen

In der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland startet am 1. September die Kampagne „WANAPANDA – Konfis pflanzen Bäume“. Die Idee dazu stammt aus der lutherischen Kirche in Tansania. „Wanapanda“ kommt aus dem Kiswahili, der Amtssprache Tansanias, und bedeutet „sie pflanzen“. In der Nord-Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELCT) sind es vor allem die Konfirmandinnen und Konfirmanden, die seit vielen Jahren Bäume pflanzen, um das Klima zu schützen. Dr. Fredrick O. Shoo, der Bischof der Nord-Diözese mit Sitz in Moshi am Fuße des Kilimanjaro, hatte über viele Jahre beobachtet, wie sich das Klima in seiner Heimatregion langsam verändert und der Gletscher des Kibo schmilzt. Vor über 15 Jahren begann er mit dem Pflanzen von Bäumen und warb in seiner Kirche mit dem Hinweis auf den christlichen Auftrag der Schöpfungsbewahrung um Beteiligung an seiner Initiative. Als Fredrick Shoo 2015 zum Bischof gewählt wurde, war er schon weit über die Grenzen seiner Diözese hinaus bekannt als „der Bischof, der Bäume pflanzt“. Am Kilimanjaro ist das Bäumepflanzen nun fester Bestandteil der kirchlichen Arbeit: alle Konfirmandinnen und Konfirmanden pflanzen während der Zeit ihres Konfirmationsunterrichtes zehn Bäume, um die sie sich gemeinsam kümmern.

Die Kampagne „WANAPANDA – Konfis pflanzen Bäume“ ist von dieser beeindruckenden Initiative inspiriert. „Wir wollen Konfigruppen in Deutschland dafür gewinnen, es ihren tansanischen Geschwistern gleich zu tun und von ihnen zu lernen, wie auch sie selbst für den Klimaschutz aktiv werden können. Wir leben in Einer Welt – oder wie es in der Bibel heißt: Wenn ein Glied des Leibes Christi leidet oder sich freut, dann leidet oder freut sich der ganze Leib. Wenn sich junge Menschen mit einer Pflanzaktion in ihrer Heimatgemeinde auf diese Weise mit ihren gleichaltrigen Geschwistern in Tansania und weltweit verbinden, dann ist das erreicht, worauf wir mit der Kampagne ‚WANAPANDA – Konfis pflanzen Bäume‘ zielen“, so Pfarrer Daniel Keiling, der als Tansania-Referent die Aktion im Leipziger Missionswerk koordiniert.

Antje Lanzendorf leitet die Öffentlichkeitsarbeit im Leipziger Missionswerk.

Historischer Hintergrund

1989 lud der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel Dimitrios „die ganze orthodoxe und christliche Welt“ ein, am 1. September „zum Schöpfer der Welt zu beten: mit Dankgebeten für die große Gabe der geschaffenen Welt und mit Bittgebeten für ihren Schutz und für ihre Erlösung“. Seit 1992 gehört dieser Tag zum Jahreskreis der Orthodoxen. Die 3. Europäische Ökumenischen Versammlung in Sibiu empfahl 2007, den Zeitraum zwischen dem 1. September und dem 4. Oktober dem Gebet für den Schutz der Schöpfung und der Förderung eines nachhaltigen Lebensstils zu widmen, um den Klimawandel aufzuhalten. Diese Schöpfungszeit wird inzwischen weltweit begangen.

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