Theologische Ausbildung
Gemeinsam mit Partnerorganisationen fördert die Evangelische Mission Weltweit Lernen, Forschung und kirchliche Verantwortung auf allen Kontinenten.
Mehr ...Zur jährlichen Mitgliederversammlung der Evangelischen Mission Weltweit (EMW) trafen sich die Delegierten der Mitgliedswerke, -kirchen und -organisationen von 14. bis 16. Oktober in Frankfurt am Main. Neben dem Geschäftsteil des Vereins standen eine Zukunftswerkstatt und die Auseinandersetzung mit dem Rezeptionsprozess zum Impulspapier „Dekolonisierung der Mission?“ auf der Tagesordnung.
© Foto: Katrin Lüdeke/EMW | Ob in Kleingruppen oder im Plenum – auf der EMW-Mitgliederversammlung wurde intensiv diskutiert und gemeinsam beraten.
„Es war eine große Bereicherung, dass wir uns neben Berichten, Jahresabschlüssen und Haushaltsplänen auch so intensiv mit der Zukunftsvision der EMW beschäftigen konnten“, erklärte der Vorstandsvorsitzende, Landessuperintendent a.D. Dietmar Arends, zum Abschluss der Mitgliederversammlung. „Wir danken der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und dem Zentrum Oekumene für die wunderbare Gastfreundschaft. Wir waren sehr gerne hier zu Gast“, so Arends weiter.
Neben den Berichten von Vorstand und Geschäftsstelle standen in diesem Jahr zwei inhaltliche Schwerpunkte im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung: In einer Zukunftswerkstatt berieten die Mitglieder über die künftige Rolle der EMW in der deutschen und internationalen ökumenischen Landschaft. Außerdem setzten sie sich mit dem Rezeptionsprozess des Impulspapiers „Dekolonisierung der Mission?“ auseinander. Hierbei kamen vor allem Reflexionen und Stimmen aus dem Globalen Süden eine besondere Rolle zu, die teils schriftlich, teils per Video, Eingang in die Diskussion fanden. Zudem überbrachten Führungspersönlichkeiten aus protestantischen Kirchen und Werken sowie der weltweiten Ökumene Grußworte.
Ermutigende Worte zur thematischen Ausrichtung erreichten die EMW aus der weltweiten Ökumene. Prof. Dr. Jerry Pillay, Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK), sagte in seinem Grußwort: „Die Kirche geht nicht in die Welt, weil Gott darin abwesend ist. Die Kirche geht in die Welt, weil Gott schon dort ist. Unsere Aufgabe ist es, uns zu Gott zu gesellen: zuzuhören, zu unterscheiden, zu begleiten, zu verkünden, zu dienen und gemeinsam auf dem Weg zu sein.“
Auch Dr. Martin Accad, Präsident der Near East School of Theology in Beirut im Libanon, gab der EMW neben Dank auch wichtige Impulse für die inhaltliche Ausrichtung der Veranstaltung mit, die über die Mitgliederversammlung hinaus die Arbeit der EMW weiter prägen werden: „Mission zu dekolonisieren kann zumindest im englischen Sprachgebrauch zwei Bedeutungen haben. Zum einen bezeichnet es den Prozess, die Geschichte, die Theologie und das Denken über Mission zu dekolonisieren. Das ist ein sehr wichtiger Aspekt, der darin besteht, das Verhältnis zwischen Ost und West sowie zwischen Nord und Süd neu zu überdenken. Und zum anderen geht es darum, Mission auf neue Weise zu verstehen – wie wir es beispielsweise von einigen südamerikanischen Missionswissenschaftler*innen gelernt haben: Mission oder besser Gottes Mission ist eine Mission von überall zu allen.“
Besondere Anerkennung für die Rolle der EMW in Kirche und Ökumene bei der Unterstützung theologischer Diskurse sprach Dr. Hanns Lessing, Exekutivsekretär für Gemeinschaft und Theologie bei der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, am Rande des von ihm überbrachten Grußworts aus: „Was die EMW tut, ist einzigartig. Es gibt keine Organisation wie die EMW.“
Auch Dr. Sivin Kit, Direktor der Abteilung für Theologie, Mission und Gerechtigkeit beim Lutherischen Weltbund, der ebenfalls ein Grußwort überbrachte, betonte die besondere Bedeutung der EMW in ökumenischen Zusammenhängen: „Verantwortungsbewusste Theologie antwortet auf die wirklichen Fragen unserer Kirchen. Lebendige Kirchen brauchen transformative Leitung, die Machtmissbrauch entgegentritt und nachhaltige Lösungen zum Wohl aller sucht. Ohne die EMW wäre vieles davon nicht möglich, und unsere Arbeit wäre von der weltweiten Kirche abgeschnitten. Wir nehmen die langjährige Unterstützung der EMW nicht als selbstverständlich hin.“ Gleichzeitig unterstrich er auch noch einmal die thematische Ausrichtung der diesjährigen Zusammenkunft der EMW-Gemeinschaft.
Was in Frankfurt begonnen wurde, wirkt über die drei Tage der Mitgliederversammlung hinaus: Die Delegierten haben nicht nur Zahlen geprüft, sondern gemeinsam nach der Rolle der EMW in einer sich wandelnden Ökumene- und Kirchenlandschaft gefragt. Es wurden Zukunftsperspektiven erarbeitet und auch Stimmen aus dem Globalen Süden zum Thema „Dekolonisierung der Mission?“ gehört und ernst genommen. Diese wichtigen Ergebnissen werden die weitere Arbeit der Dach- und Fachorganisation prägen. (TS)
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